17. August 2020

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Hör auf, dir Ziele zu setzen

Wie ich vom Steinmetz zum Bildhauer wurde…

Damals, ich war Anfang 50, lebte ich in Hamburg. Die letzten Jahre liefen für mich beruflich sehr erfolgreich. Ich hatte eine Bilderbuchkarriere hingelegt und viel erreicht. Im „Ziele erreichen“ war ich schon immer sehr gut gewesen.

Viele Anzeichen, dass etwas schiefläuft und vor allem in die falsche Richtung, habe ich immer wieder ignoriert.

Ich erinnere mich zum Beispiel an einen Abend, wir feierten im Garten eines Freundes meinen Rekordumsatz, da nahm mich Rolf, mein damaliger Mentor zu Seite.

Er sagte zu mir: „Maik, heute feierst du eine halbe Million Umsatz. Und du planst schon deine nächsten Ziele. Irgendwann wirst du eine Million Umsatz machen und trotzdem nicht zufrieden sein. Pass auf, dass du dabei nicht auf der Strecke bleibst!“.

Genauso kam es auch.

Einige Jahre später machte ich sogar 1,5 Millionen Umsatz und war kein bisschen glücklicher.

Im Gegenteil, mein Leben fühlte sich ziemlich leer und gehetzt an. Immer mehr Routine machte sich breit und meine Lebenslust welkte dahin.

Denn mir wurde langsam klar, dass ich außer meinem Job schon lange nichts mehr hatte.  Immer höher, weiter, schneller – das war mein Motto! Ich lebte nach dem Prinzip: „Nur mit vollgeschissenen Windeln kann man gut stinken!“. Ich war angepasst und nach außen orientiert: Ich war so, wie ich zu sein hatte. Jemand sagte mal zu mir, ich wäre wie ein Theaterschauspieler, der sich nach der Vorstellung nicht mehr abschminkt und seine Rolle mit nach Hause nimmt.

Das schlimmste für mich jedoch war, dass ich einfach nichts mehr fühlte. Es gab nichts mehr, auf das ich mich freuen konnte.

Ein Diamant im Schlick auf dem Meeresgrund

Irgendwann machte ich mich auf die Suche nach Alternativen. Ich habe eine ganze Menge ausprobiert: Vom Schneeballsystem über diverse MLM-Systeme bis Bitcoin Handel war so ziemlich alles dabei.

Nichts davon funktionierte.

So langsam kroch die Angst in mir hoch: Gibt es überhaupt etwas, das zu mir passt? Bin ich schon zu alt für etwas Neues?

Auf keinen Fall wollte ich wieder irgendwo „abhängig beschäftigt“ sein, etwas tun zu müssen, was ich eigentlich gar nicht will. Ich wollte mein eigenes Ding machen. Aber was?

Irgendwo spürte ich, dass es einen Platz für mich geben musste. Ich wollte wieder gebraucht werden, nützlich sein. Ich war mein Leben lang ein Problemlöser für andere Menschen gewesen und das fehlte mir jetzt am meisten.

Ich fühlte mich wie ein Rohdiamant, der tief im Schlick auf dem Grund eines Ozeans liegt. Den keiner entdeckt. Das fand ich so ungerecht! Es frustrierte mich immer mehr.

Als Steinmetz an die Ostsee

Bis mir eines Tages scheinbar zufällig meine alte Facebook-Freundin Monica einfiel, weil die „irgendwie Selbständige coachte“.

Monica wurde zu meiner Rettung.

Sie machte eines anders: Monica suchte mit mir nämlich nicht nach weiteren „todsicheren“ Geschäftsmodellen irgendwo da draußen.

Sie stellte MICH in die Mitte meines eigenen Business-Sterns und wir sahen uns zunächst mein Inneres an: meine Fähigkeiten, meine Träume, meine Werte und meine Vision vom Leben.

Meine Vision!

Ich sehe es noch ganz deutlich vor mir, wie ich bei dieser Frage plötzlich einen totalen Blackout bekam, mein Mund austrocknete und mir schwindlig wurde. Mein Hals war ganz zugeschnürt und ich brachte keinen Ton raus.

Weil da einfach nichts war!

Ich hatte keinerlei Ziele mehr im Leben.

Ich taumelte nur noch weg und fuhr spontan für ein paar Tage Richtung Ostsee, um irgendwie wieder Luft zum Atmen zu bekommen.

In dem Moment war mir nämlich eins klargeworden:  Vor vielen Jahren war ich angetreten, um ein berühmter Bildhauer zu werden. Geworden war ich letztendlich ein passabler Steinmetz.

Hör auf, dir Ziele zu setzen

An dem Abend lag ich in meinem Hotelzimmer am Timmendorfer Strand, das ich mir zufällig ausgesucht hatte und klickte mich rastlos durch Facebook, um mich abzulenken von meinen vielen Gedanken, die mir durch den Kopf schwirrten.

Da ploppte plötzlich ein Video auf mit dem Titel: „Höre auf, dir Ziele zu setzen“. Keine Ahnung, wie ich da hingekommen war. Meine erste Reaktion: „Was ist das denn für ein Idiot, der so etwas schreibt! Ich komme extra hierher, um mir neue Ziele zu setzen und der Dussel sagt, ich solle es sein lassen?!“

Doch neugierig geworden, guckte ich mir das kurze Video an.

In dem Moment explodierte etwas in mir und ganz viele Puzzleteile in meinem Inneren fielen wie von selbst an die richtige Stelle und ich konnte die Umrisse eines neuen Bildes erkennen.

Ich hatte mir viele Ziele gesetzt in meinem Leben und auch erreicht. Und übertroffen. Rekorde aufgestellt. Glücklich war ich höchstens ein paar Sekunden. Dann stand das nächste Ziel vor mir und grinste mich an. Oft hatte ich Ziele von anderen erreicht, mich vor deren Karren spannen lassen.

Und da sagte auf einmal jemand: „Mir ist nicht mehr so wichtig, dass ich etwas erreiche, sondern etwas tue, das sich stimmig für mich anfühlt. Dass ich meinem Herzen folge. Dass ich das tue, was in mir angelegt ist. Anstatt Ziele entscheide ich mich für eine Richtung, in die ich leben möchte. Das, was ich leben möchte, nenne ich eine Vision.“

Das hat mich wahnsinnig berührt und ich spürte sofort: das wird mein Weg!

Robert Betz, der vermeintliche „Idiot“ wurde zu meinem neuen Mentor. Und als ich dann noch las, dass eins seiner wenigen Wochenseminare, die er persönlich hält, nur ein paar Tage später (!) in Timmendorf (!!) in dem gleichen Hotel, das ich mir spontan ausgesucht hatte (!!!) stattfinden sollte, glaubte ich fast schon an Schicksal.

Als Bildhauer nach Hause

Danach passierte auf einmal ganz viel. So wachte ich ein paar Tage später nachts auf und schrieb in einem Stück eine Geschichte auf – ein Tag in meinem zukünftigen Leben. Meine Vision war zu mir zurückgekehrt!

Natürlich nahm ich auch an der Transformationswoche mit Robert teil. Ließ mich selbst weiter coachen, machte eine eigene solide Ausbildung zum zertifizierten Business-Coach, eine Weiterbildung im integralen Coaching und vieles mehr. Entwickelte parallel mein erstes eigenes online-Business.

Vor allem änderte sich meine Grundhaltung zum Leben:

Ich spürte jetzt, das Leben trägt mich und jeder Tag hat neue Geschenke für mich.

Ich tue seitdem immer mehr von dem, was ich wirklich tun möchte – das ist sehr nährend, gibt mir Energie und Kraft und ein tiefes, wärmendes Gefühl der Erfüllung, Sinnhaftigkeit und wahrer Freiheit.

Mein ganzes Wertesystem hat sich verändert. Ich bin wieder ich, ohne Maske. Ich habe das starke Gefühl, wirklich etwas verändern zu können. Ich kann mich entscheiden und stehe auch dazu. Und ich bin viel achtsamer geworden, bin immer öfter im hier und jetzt. Ich lebe meine Werte, wodurch ich eine tiefe Zufriedenheit erfahre.

Und ich habe meine Kreativität wiederentdeckt. Ich sprudele nur so vor neuen Ideen. Aus meiner Steinmetz-Zeit habe ich das gute Werkzeug und die erprobten Methoden mitgebracht. Mit meinem neuen Gefühl für die Formen entdecke ich gerade die Bildhauerei.

Das kommt auch meinen neuen Kunden zugute, mit denen ich momentan zusammenarbeite.

Und wenn ich dann solche spontanen Worte einer Kundin lese, wird mir nicht nur ganz warm ums Herz und feucht in den Augen, sondern ich spüre ganz tief, dass ich auf dem richtigen Weg bin:

„…und ich freue mich so sehr, dass unsere Wege sich gekreuzt haben! Du gibst mir in dieser schweren Zeit viel Stärke, Motivation und eine Richtung und das kann ich sehr gut gebrauchen. Gemeinsam wachsen macht so viel Freude!“

In den letzten Monaten habe ich ohne Ziel bereits mehr erreicht, als ich es mir hätte zu planen gewagt.

Wie gehst du mit dir und deinen Zielen um?


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